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Maschinelles Lernen: die Revolution bei Hörgeräten

Ob man mit Siri oder Alexa spricht, Empfehlungen von Amazon erhält oder von Google Maps die schnellste Route angezeigt bekommt – maschinelles Lernen gehört mittlerweile für viele Menschen zum Alltag. Nun ist die Technologie bei den Hörgeräten angekommen. Maschinelles Lernen verschafft den Anwendern eine neue Einfachheit und eine deutlich präzisere Hörgenauigkeit als bisher.

Die Hörbedürfnisse im realen Leben verändern sich ständig, weil sich Hörsituationen von einem Moment zum nächsten verändern können. Darüber nachdenken zu müssen, welches Hörgeräteprogramm in einer bestimmten Situation verwendet werden soll, erforderte bisher die Aufmerksamkeit durch den Nutzer. Das ist einer der Gründe, weshalb Hörgeräte über Automatisierungsprogramme verfügen, die die Einstellungen automatisch an die jeweilige Hörsituation anpassen – so können sich die Nutzer auf das Zuhören konzentrieren, statt herausfinden zu müssen, welches Hörprogramm sie verwenden sollen.  

Bestehende Automatisierungssysteme mit Herausforderungen

Die bisherigen Automatisierungssysteme in Hörgeräten beruhen allerdings auf Annahmen, welche Klänge zu verstärken und welche nicht zu verstärken ist. Selbst das beste verfügbare automatisierte Hörsystem kann dabei nicht voraussehen, was die betroffene Person in einem bestimmten Szenario zu hören beabsichtigt.  Möchte sie das Gespräch immer verfolgen können, wenn etwa die Hörsituation eine gesellige Runde ist? Oder ist es der Wunsch mehr vom grossartigen Pianisten zu hören der im Hintergrund spielt? 

Als weitere Schwierigkeit kommt die Erklärung der eigenen Hörsituation beim Hörakustiker hinzu: wenn das Hörsystem beim Hörakustiker angepasst wird, muss die betroffene Person beschreiben können, wie sie die Klang- und Hörsituation wahrnimmt – was oft nicht einfach ist, da eine Vielzahl an Details eine Rolle spielen. Darüber hinaus muss der Hörgeräteakustiker korrekt interpretieren können, was sein Kunde mit seiner Aussage wirklich meint und dies in die Anpassung der Hörgeräts einfliessen lassen. Das funktioniert in den meisten Fällen sehr gut, kann mitunter aber auch von unpräzisen Interpretationen oder Missverständnissen begleitet sein.

Die Folge aus diesen Herausforderungen sind gewisse Hörsituationen, bei denen das Hörgerät sich nicht perfekt auf die Absicht der nutzenden Person einstellt und eine manuelle Nachjustierung notwendig ist.

Maschinelles Lernen als Lösung

Angesichts dieser Aufgabenstellung wurde maschinelles Lernen als markanter Innovationsschritt bei der neuesten Hörgeräte-Generation eingeführt. So verfügt Widex über die Funktion SoundSense Learn. Diese basiert auf maschinellem Lernen und lernt anhand der laufenden Vorlieben und Absichten des Benutzers während der jeweiligen Hörsituation des Trägers dazu.

Das Hörsystem schlägt dazu zwei Klangprofile vor, aus denen der Nutzer anhand seiner momentanen Hörabsicht das passende an seinem Smartphone diskret und einfach auswählt (A/B-Vergleich). Auf diese Weise lernt das Hörsystem den Nutzer und seine Vorlieben Schritt für Schritt kennen, kann seine bevorzugte Einstellung vorhersagen und diese automatisch vornehmen. So entsteht über die Zeit ein deutlich besseres und subjektiv natürlicheres Hörerlebnis als dies mit herkömmlichen Hörgeräten möglich war.

Der Anwender oder die Anwenderin erhält dank maschinellem Lernen während dem Einsatz sofort eine Optimierung des Hörerlebnisses, ohne dass die Programmierung des Hörgeräteakustikers geändert werden müsste. Gleichzeitig kann der Nutzer die Akustikeinstellungen mit bis zu 20 A/B-Vergleichen verfeinern und anpassen, um der individuellen Hörabsicht in Echtzeit gerecht zu werden. Durch die Lernfähigkeit des Hörgeräts werden diese Vergleichsangaben durch den Nutzer schliesslich kaum mehr notwendig sein.   

Maschinelles Lernen ist eine Technologie, die dank künstlicher Intelligenz aus Erfahrung lernt. Sie leistet für Menschen mit Höreinschränkungen einen wichtigen Beitrag, um ihr Hörerlebnis maximal zu optimieren. Dabei erlernt die Technologie die natürlichen Hörgewohnheiten des Nutzers und berücksichtigt die individuellen Bedürfnisse – so wird das Hörgerät zum zuverlässigen und wirkungsvollen Begleiter, der seinen Träger oder seine Trägerin immer besser kennenlernt und sich immer präziser an die persönlichen Höranforderungen anpasst.

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