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Was tun bei schleichendem Hörverlust? 6 Tipps von Pepe Lienhard

Der Schweizer Bandleader Pepe Lienhard feierte unlängst sein 50-Jahr-Jubiläum als Profimusiker. Er kennt die Herausforderung eines schleichenden Hörverlusts aus eigener Erfahrung.

An zahlreichen Konzerten, Tourneen und TV-Sendungen begleitete Pepe Lienhard mit seinem Orchester viele weltbekannte Stars wie Frank Sinatra, Sammy Davis jr., Quincy Jones, Udo Jürgens, Donna Summer oder Shirley Bassey. Die 17-köpfige Big Band und das etwas kleinere Show- und Tanzorchester gehören heute zu den gefragtesten Formationen im deutschsprachigen Raum.

Seit einigen Jahren ist Pepe Lienhard von einem Hörverlust betroffen. Dennoch kann er seinen Beruf ohne Einschränkungen ausüben. Mit seinem leistungsfähigen Hörgerät ist er in der Lage, das gesamte Klangspektrum seines Orchesters in bester Qualität zu hören und Gespräche ohne Anstrengung einwandfrei zu verstehen. Auch kann er in seiner Freizeit das Vogelgezwitscher in der Natur wieder geniessen.

Mittlerweile hat sich der erfolgreiche Musiker regelrecht mit seinem Hörsystem angefreundet und es ist aus seinem beruflichen und privaten Alltag nicht mehr wegzudenken. Die positiven Erfahrungen von Pepe Lienhard sind gleichzeitig praktische Hinweise für Menschen, die von einem schleichenden Hörverlust betroffen sein könnten. Darum lassen wir ihn für die folgenden sechs Tipps gleich selbst zu Wort kommen:

1.  Auf Anzeichen achten

Meiner Meinung nach sind Hören und Sehen die wichtigsten Sinne. Ist einer der beiden beeinträchtigt, leidet direkt die Lebensqualität darunter. Bei mir als Musiker spielt das Gehör eine entscheidende Rolle und ich bin heute sehr glücklich darüber, dass mich mein Hörgerät täglich begleitet. Um frühzeitig Massnahmen gegen einen Hörverlust zu treffen, sollten Betroffene mögliche Anzeichen erkennen.

Verständnisprobleme bei Hintergrundgeräuschen
Zu den Anzeichen gehören vermehrte Verständnisprobleme bei Gesprächen. So stellte ich fest, dass ich immer dann mehr Mühe hatte, meine Gesprächspartner zu verstehen, wenn im Hintergrund eine Geräuschkulisse zu hören war. Daraus entstanden unangenehme Situationen wie etwa, als ich in der Strassenbahn mit einer Frage angesprochen wurde und ich zwar darauf antwortete – doch hatte die Antwort nichts mit der gestellten Frage zu tun. Meine Frau hat mich danach darüber aufgeklärt und mir war diese Begebenheit natürlich äusserst peinlich. Häufige Hinweise von Angehörigen oder von nahestehenden Personen, die auf Missverständnisse oder Hörprobleme hindeuten, sollten als mögliche Anzeichen einer Hörbeeinträchtigung verstanden und ernst genommen werden.

Musik klingt dumpfer
Ein allmählich zunehmender Hörverlust beginnt oft mit einer Einschränkung der Hörfähigkeit von höheren Tonlagen. In meinem Fall fiel dies zunächst meinen Tontechnikern auf. Eine ihrer zentralen Aufgaben ist es, vor den Auftritten meines Orchesters den Klang für das Publikum im jeweils noch leeren Konzertsaal auf ihrem Mischpult einzustellen. Während diesen Soundchecks, die ich persönlich begleite, hatte ich immer häufiger den Eindruck, dass mein Orchester aus den Lautsprechern zu dumpf klang. Ich forderte also die Tontechniker auf, die höheren Töne auf dem Mischpult lauter einzustellen, damit die Musik für meine Wahrnehmung ein ausgewogenes Klangspektrum hatte.

Die Ursache des dumpfen Klangs war aber nicht die mangelnde Fähigkeit meiner Tontechniker, sondern mein Gehör, das die hohen Töne nicht mehr wie gewohnt erfasste. Glücklicherweise passten meine Techniker für die Konzerte die hohen Töne schliesslich wieder so an, wie sie es mit ihrer Fachkenntnis für richtig befanden und so konnte das Publikum stets einen optimalen Klang geniessen.

Später als ich dann mein Hörgerät hatte, wurde mir diese Tatsache rasch bewusst (und meine Tontechniker gestanden mir dann auch ihre Eigeninitiative). Wenn also mit der Zeit die Musik zu dumpf klingt, sei es am Konzert oder aus der Hifi-Anlage, ist das möglicherweise ein Anzeichen für eine sich anbahnende oder bereits vorhandene Hörschwäche.

2.  Hörtest: je früher desto besser

Als ich mein Hörgerät das erste Mal bewusst an einer Veranstaltung einsetzte, an der viele Nebengeräusche zu hören waren, war ich positiv überrascht: ich hörte alles sehr viel deutlicher und musste mich weniger konzentrieren, um Gespräche zu verstehen – jeder Dialog war viel einfacher und müheloser zu führen als zuvor. Plötzlich konnte ich Gesprächen, auch bei geräuschvoller Umgebung, bestens folgen. Meine Lebensqualität hat sich von diesem Augenblick an deutlich verbessert. Wer gut hören und verstehen kann, ist jederzeit in der Lage ohne Einschränkungen am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben.

Diesen grossen Unterschied zwischen Vorher und Nachher kann nur wahrnehmen, wer sich dazu entscheidet, einen Hörtest durchzuführen und ein Hörgerät auszuprobieren. Ein Hörverlust ist in vielen Fällen ein Prozess, der sich langsam entwickelt. Deshalb erkennen Betroffene eine Hörminderung nicht früh genug. Doch je früher ein Hörtest durchgeführt und bei Bedarf ein Hörsystem angeschafft wird, desto einfacher ist es, sich mit Gehirn und Gehör daran zu gewöhnen und desto eher gewinnt man die frühere Lebensqualität wieder zurück.

3.  Keine Berührungsängste

Ich selbst hatte die Befürchtung, dass wegen des Hörgeräts das Publikum meine Fähigkeit als Musiker in Frage stellen könnte. Ich dachte, man erwartet von mir als Musiker, dass ich optimal hören kann. Doch meine Zweifel waren unbegründet – zu meiner Überraschung erhielt ich ausschliesslich positives Feedback. Die Tatsache, dass ich meinen Hörverlust eingestanden habe, führte zu zahlreichen aufbauenden Rückmeldungen und meine Glaubwürdigkeit als Musiker litt nicht darunter.

Dass man sich seine Hörbeeinträchtigung nicht eingestehen will, hat nach meiner Erfahrung oft mit Eitelkeit zu tun. Doch gibt es mittlerweile keinen Grund mehr dazu. Moderne Hörgeräte sind heute sehr diskret und kaum mehr sichtbar. Sie wirken definitiv weniger auffällig als die berühmte Hand am Ohr, um die Schallwellen des Gesprächspartners vermeintlich besser hören zu können. Es besteht also kein Anlass mehr, Berührungsängste zu Hörsystemen zu haben.

4.  Passenden Hörakustiker auswählen

Eine Hörbeeinträchtigung hat mit der eigenen Gesundheit zu tun. Die Diagnose und Behandlung eines Hörverlusts ist deshalb Vertrauenssache. Der Hörakustiker ist ebenso wichtig wie ein Arzt bei sonstigen gesundheitlichen Problemen. Darum ist bei der Wahl des geeigneten Akustikers besondere Aufmerksamkeit gefordert. Es ist darauf zu achten, dass sich eine ausgebildete Fachperson um die Anliegen des Betroffenen kümmert. Sie soll in der Lage sein, die Hörfähigkeit korrekt zu messen,
das passende Hörgerät zu empfehlen und die Einstellungen in der Anfangsphase anzupassen, bis es für den Betroffenen das optimale Hörerlebnis liefert. Auch soll sie das Hörgerät in einer späteren Phase nachjustieren können, da sich das Hörempfinden mit zunehmendem Alter wieder verändern kann.

5.  Geeignetes Hörgerät wählen

Ein wirksames Hörgerät soll nicht nur den Klang verstärken, sondern auch über eine eingebaute Intelligenz verfügen. Dank dieser soll sich das Gerät automatisch an die verschiedenen Hörsituationen und an meine Gewohnheiten anpassen können, ohne dass ich mich darum kümmern muss. Ich bekomme einfach immer den optimalen Klang – unabhängig davon, ob ich gerade Musik höre, mich in der Natur bewege oder ein Gespräch mit Hintergrundgeräuschen führe. Was auch unverzichtbar ist, sind einzelne durch mich einstellbare persönliche Vorlieben für die unterschiedlichen Hörsituationen meines Alltags. Ebenfalls wichtig ist es für mich, dass der Klang transparent klingt und keine «Klangsuppe» entsteht, in der sich die einzelnen Klangquellen kaum unterscheiden lassen. 

Da ich oft unterwegs bin, möchte ich via Smartphone auch über mein Hörgerät telefonieren können – so habe ich meinen Gesprächspartner immer direkt im Ohr mit einer Top-Klangqualität, die genau auf mein Gehör abgestimmt ist.

Ich benutze das Hörgerät Widex Evoke 440, weil es genau diese Kriterien bestens erfüllt und mich täglich vollumfänglich überzeugt.

6.  Hörgerät täglich nutzen

Ein Hörgerät ist nur dann wirksam, wenn es auch eingesetzt wird. Zu Beginn habe ich es eher selten benutzt. Als ich realisierte, wie einfach der Alltag dank einem Hörgerät wird, wollte ich nicht mehr darauf verzichten. Ist das Hörgerät einmal beschafft, soll man es unbedingt täglich einsetzen, denn nur dann gewöhnen sich Gehör und Gehirn daran. So lässt sich der maximale Nutzen daraus ziehen und die Lebensqualität deutlich verbessern.

Als Musiker bin ich erfreut, das volle Klangspektrum wieder hören zu können. Das ist schon ein toller Hörgenuss, verglichen mit der Zeit bevor ich das Hörgerät benutzte – mir ist vorher jahrelang vieles entgangen.

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