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Weshalb ein Hörtest schon vor einem Hörverlust wichtig ist

Mit einem präventiven Hörtest lässt sich ein möglicher Hörverlust bereits in einem frühen Stadium erkennen. Wie sinnvoll ist ein solcher Test?

Entsteht bei einer betroffenen Person der Eindruck, dass sich das wahrgenommene Hörempfinden über die Zeit verändert hat, sollte sie dies nicht ignorieren. Ein präventiver Hörtest bei einem Hörakustiker schafft Gewissheit darüber, wie es um das eigene Gehör steht. Falls erforderlich, lassen sich danach rechtzeitig wirksame Vorkehrungen treffen. Die folgenden fünf wichtigen Gründe zeigen auf, weshalb ein frühzeitiger Hörtest sinnvoll sein kann. 

 

 


1. Unbehandelter Hörverlust kann zu kognitiven Einbussen führen

Wenn der für die Hörfunktion zuständige Gehirnbereich nicht die vom Ohr erwarteten Signale empfängt, setzt das Gehirn zur Kompensation weitere Ressourcen ein. Mit dieser Reorganisation versucht das Gehirn, die noch hörbaren Signale zu verarbeiten und zu erkennen. Als Folge haben zentrale Gehirnfunktionen weniger Kapazität, um ihre eigentliche Rolle wahrzunehmen – die Belastung für das Gehirn steigt. So werden tägliche Gespräch anstrengender, da das Gehirn härter arbeiten muss, um das Gesagte zu entschlüsseln.

Hörverlust Wie sinnvoll ist ein prävetiver Hörtest? Mann mit Kopfhörer beim Test--1

Diese Dauerbelastung kann zu einem Rückgang der kognitiven Fähigkeiten bis hin zu Demenz1 führen. Doch auch in einem frühen Stadium eines Hörverlusts können Beeinträchtigungen auftreten mit negativen Auswirkungen auf verschiedene Bereiche:

  • Persönliches Wohlbefinden
  • Leistungsfähigkeit am Arbeitsplatz
  • Teilnahme am gesellschaftlichen Leben
  • Psychische und emotionale Gesundheit

Bereits bei einem geringen, kaum wahrnehmbaren Hörverlust beginnt das Gehirn zu kompensieren und sich neu zu organisieren. Mit einem Hörtest lassen sich solche Tendenzen frühzeitig erkennen, und geeignete Vorkehrungen treffen.

 

2. Eine Hörbeeinträchtigung könnte tieferliegende Ursachen haben

Hörverlust entsteht einerseits durch den Alterungsprozess oder durch laute Klänge. Andererseits kann eine Hörminderung auch auf ein tieferliegendes Krankheitsbild hindeuten. So ist Diabetes in vielen Fällen der Auslöser einer Hörminderung: eine breit angelegte Studie2 zeigte, dass Menschen mit Diabetes mehr als doppelt so oft von einem Hörverlust betroffen sind, als diejenigen ohne die Krankheit.

Auch Ohrinfektionen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen wurden als Ursache von Hörverlust erkannt – und in sehr seltenen Fällen auch Tumore im Aussen- oder Mittelohr.  Wird rechtzeitig ein Hörtest vorgenommen, ist die Diagnose (oder der Ausschluss) dieser Auslöser bereits in einem frühen Stadium möglich.

 

3. Unbehandelter Hörverlust kann psychische Beeinträchtigungen auslösen

Unsere fünf Sinne sorgen dafür, dass wir mit der Welt und den Menschen um uns herum in Verbindung bleiben und Beziehungen aufbauen. Dabei ist besonders das Hörvermögen von grosser Bedeutung, um aktiv am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben: sei es, um sich geschäftlich oder mit Angehörigen und Freunden auszutauschen oder um gemeinsam zu feiern.

Bei vielen Menschen mit Hörverlust ist zu beobachten, dass sie gesellschaftliche Anlässe oder Familienessen zunehmend meiden, da sie den Gesprächen nicht mehr wirklich folgen können. Doch wo ein Rückzug stattfindet und Bindungen zum sozialen Umfeld immer häufiger fehlen, steigt das Risiko von Einsamkeit, Isolation und Depressionen.

Untersuchungen3 zeigen auf, dass soziale Interaktionen mit dem persönlichen Umfeld die Wahrscheinlichkeit von Depressionen durch unbehandelten Hörverlust verringern kann. Die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben spielt daher eine wichtige Rolle. Ein Hörtest schafft Klarheit.

 

4. Der Familie oder Freunden fällt eine Hörminderung auf

In vielen Fällen entsteht ein Hörverlust nicht plötzlich, sondern er entwickelt sich über einen längeren Zeitraum. Dieser schleichende Prozess führt dazu, dass Betroffene möglicherweise nicht bemerken, dass ihr Gehör nicht mehr einwandfrei funktioniert.

In vielen Fällen fällt zuerst der Familie oder Freunden auf, das sich etwas am Hörvermögen einer Person geändert hat – etwa wenn der Fernseher öfter mit höherer Lautstärke als gewohnt läuft oder wenn sie häufig lauter oder näher bei der betroffenen Person sprechen müssen, um verstanden zu werden. Diese Anzeichen deuten darauf hin, dass sich ein Hörverlust anbahnen könnte. Mit einem Hörtest lässt sich die Ursache dieser Auffälligkeiten diagnostizieren.

 

5. Hörverlust lässt sich behandeln

Wenn bei einem Hörtest ein Hörverlust diagnostiziert wird, schlägt der Akustiker je nach individueller Ausgangslage passende Lösungsmöglichkeiten vor: in gewissen Fällen genügt es mit einer Ohrspülung den Ohrenschmalz im Gehörgang zu entfernen. In anderen Situationen sind medikamentöse bis hin zu operativen Massnahmen sinnvoll. Oder er empfiehlt, ein Hörgerät dezent im Gehörgang zu platzieren. So wird die Hörfähigkeit und damit die Lebensqualität wiederhergestellt.


Quellen
1: Universität Colorado Boulder, Institut für Sprach- und Hörwissenschaften, Prof. Anu Sharma | HearingReview.com
2: NIH, National Institutes of Health, Nationales US-Gesundheitsdepartement
3: Jessica S. West, Department of Sociology, Duke University, Durham USA

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